Zentrum für minimal-invasive Chirurgie der Nase, Nasennebenhöhlen und vorderen Schädelbasis

Patienteninfo vor und nach OP

Für operative Behandlungsmaßnahmen an Nase und Nasennebenhöhlen gilt grundsätzlich – und diese Maxime sollte auch in jedem einzelnen Fall bedacht werden – dass es sich in aller Regel um sogenannte elektive Eingriffe handelt, d.h. die Operation ist nicht lebensnotwendig. Entsprechend sorgfältig muss jeder Einzelne seine Entscheidung abwägen, wenn eine konservative, medikamentöse Behandlung nicht, nicht mehr oder nur unzureichend zur Verbesserung der Beschwerden beiträgt.

Vor der Operation

Wenn sich Patienten nach persönlicher Aufklärung durch den Operateur zu einem Eingriff entschlossen haben, erhalten sie von uns

  • eine Einverständniserklärung für die Operation, in der der Eingriff nochmals ausführlich erläutert und auf mögliche Komplikationen hingewiesen wird. Einverständniserklärungsbögen sind standardisiert abgefasst und müssen aus juristischen Gründen sämtliche bisher in der medizinischen Fachliteratur beschriebenen Komplikationen aufführen, unabhängig davon, ob sie häufig oder selten auftreten. Sollten sich bei der Lektüre dieses Bogens für den Patienten zusätzliche Fragen ergeben, müssen diese in einem weiteren persönlichen Gespräch mit dem Operateur geklärt werden.
  • einen Operationsvorbereitungsbogen, der ein bis zwei Wochen vor der Operation vom Hausarzt (nicht vom HNO-Arzt!!) auszufüllen ist und der Narkoseärztin am Morgen vor der Operation vorgelegt wird. Auf diesem Bogen findet sich – neben der Klinikadresse sowie den Terminen für die stationäre Aufnahme (einen Tag vor der Operation) und die Operation – der Hinweis, dass auf blutverdünnende Medikamente (v.a. Aspirin!) ab 10 Tagen vor dem Eingriff verzichtet werden muss.

Vertrauen und Sicherheit haben bei uns Priorität

Aus zahllosen, über Jahrzehnte geführten Patientengesprächen wissen wir, dass gerade Operationen im Kopfbereich häufig als außergewöhnlich gefährlich wahrgenommen werden. Wir bemühen uns deshalb ganz besonders darum, den Betroffenen diese Angst zu nehmen. Entsprechend legen wir sehr großen Wert auf eine individuelle Betreuung der uns anvertrauten Patienten vor, während und nach der Operation und haben unsere Einrichtung sehr stark personenorientiert ausgerichtet.
Dieses Konzept bedeutet, dass die Operation durch den gleichen Arzt durchgeführt wird, der die endgültige Indikation zu dem Eingriff gestellt, die Details im Rahmen der persönlichen Aufklärung erläutert und evtl. Fragen beantwortet hat. Wir wissen, dass Vertrauen in den Operateur für den Patienten allerhöchste Priorität besitzt! Wir verfügen außerdem über ein eigenes Anästhesistenteam; auch dies ist uns im Rahmen der Individualbetreuung zu Ihrer Sicherheit wichtig.

Nach der Operation

Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 2-3 Tage. Anschließend ist eine ambulante Nachpflege der Schleimhaut erforderlich, die vom erstbehandelnden HNO-Arzt durchgeführt wird. Außerdem erhält der Patient zur Eigenverwendung spezielle Nasensprays und- salben sowie Nasenspülungen, über deren Gebrauch er ausführlich informiert wird.
Grundsätzlich kommt es im Anschluss an Nasenoperationen zunächst zu einer, individuell je nach Erkrankungsdauer und – intensität, unterschiedlich starken Sekretbildung. Dies ist im Rahmen des Heilungsprozesses normal wie bei jeder anderen frischen Wunde . Nach einer Woche bis zehn Tagen lässt die Sekretbildung in der Regel zunehmend nach und geht in eine Krustenbildung über. Auch hier unterscheidet sich die Nasenschleimhaut nicht von anderen „Körperoberflächen“.
Verlauf und Dauer des Heilungsprozesses können in Abhängigkeit von Dauer und Ausprägung der vor der Operation bestehenden Beschwerden im Einzelfall sehr stark variieren; auch Begleiterkrankungen, Voroperationen oder langfristiger Nasentropfengebrauch vor dem Eingriff können die Wundheilung verzögern.

Vorsichtsmassnahmen in der Zeit nach der Operation:

anstrengende, blutdrucksteigernde Aktivitäten sollten für einen Zeitraum von drei Wochen nach der Operation unterbleiben, da ansonsten die Gefahr von Nachblutungen erhöht ist. Außerdem darf die Nase nicht, oder nur sehr vorsichtig, geschneuzt werden, da zu heftiges „Naseputzen“ durch die Druckerhöhung ebenfalls zu Blutungen führen kann.
Des Weiteren raten wir während des o.g Zeitraums von Flugreisen ab, da es hierbei zu druckschwankungsbedingten Schäden der Nasennebenhöhlen und des Ohres kommen kann. Auch die Einnahme von „blutverdünnenden“ Medikamenten wie Aspirin ist in den ersten Wochen nach der Operation wegen einer dadurch auslösbaren Nachblutung ausdrücklich untersagt.

Besonderheiten bei Nasenpolypen (Polyposis nasi):

Als sicher gilt zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur, dass Nasenpolypen auffällig häufig bei Patienten mit einer Unverträglichkeit gegenüber Aspirin auftreten. Des weiteren werden zahlreiche andere Ursachen für die Entstehung dieser Erkrankung diskutiert, ohne dass diese aber bisher als gesichert gelten können. Wir wissen heute , dass es sich bei diesem Krankheitsbild um eine chronische Entzündung der Schleimhaut handelt, die durch die operative Entfernung der Nasenpolypen allein in ca. 20-30% der Fälle nicht dauerhaft geheilt werden kann. Entsprechend ist insbesondere die Nachbehandlung der Polyposis nasi langwieriger und aufwendiger als bei anderen operativ behandelbaren Nasen- bzw. Nasennebenhöhlenerkrankungen. Um die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten der Erkrankung zu vermindern, ist deshalb die langfristige Anwendung oberflächlich wirksamer und entzündungshemmender Nasensprays erforderlich.

Häufige Fragen zur Operation

Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass im Zusammenhang mit Nasen- und Nasennebenhöhlenoperationen einige Fragen besonders häufig thematisiert werden, da diesbezüglich offenkundig immer wieder Verunsicherung besteht. Deshalb möchten wir diese Themen, obwohl im Text bereits angesprochen, an dieser Stelle nochmals dezidiert aufgreifen:

1. NASENTAMPONADEN, NASENSCHIENEN ?

Über 85% unserer Patienten erhalten weder eine Tamponade noch eine Nasenschiene. Nasenfolien verwenden wir überhaupt nicht. Die belastende Blockierung der Nasenatmung nach der Operation entfällt deshalb in der Regel. Falls in Ausnahmefällen doch eine Tamponade oder Schiene notwendig ist, wird diese am 1. postoperativen Tag gezogen.

2. GESICHTSSCHWELLUNG , -VERFÄRBUNG ?

Bei vielen Patienten herrscht die Vorstellung, dass es nach Nasenoperationen zu starken Schwellungen und Verfärbungen im Gesichtsbereich kommt. Auch hier können wir Sie beruhigen. In der Regel kommt es postoperativ nicht zu äußerlich sichtbaren Veränderungen im Nasen- und Gesichtsbereich. Selbst bei plastisch-kosmetischen Eingriffen an der Nase sind derartige Begleiterscheinungen kaum zu erwarten. Lediglich eine leichte Schwellung oder Rötung des Nasenstegs kann einige Tage nach der Operation in Einzelfällen auftreten, lässt sich dann aber durch lokale Salbenbehandlung zeitnah und problemlos beherrschen.

3. VERWENDUNG VON NAHTMATERIAL ?

„Fädenziehen“ ist gerade im Naseneingangsbereich eine sehr schmerzhafte Prozedur, vergleichbar mit der Entfernung von Nasenhärchen, nur deutlich unangenehmer. Wir verwenden deshalb ausschließlich resorbierbares Nahtmaterial, d.h. die Fäden müssen nicht entfernt werden, sondern lösen sich innerhalb weniger Wochen von selbst auf.

4. WER OPERIERT?

Viele Patienten beschäftigt die Frage: wer operiert mich, wer führt die Narkose durch. Wir wissen aus zahlreichen Gesprächen, welch große Bedeutung diese Fragen für die Betroffenen haben. Das Vertrauen zu den behandelnden Ärzten wird durch das persönliche Gespräch vor der Operation und durch eine entsprechende Aufklärung über den Eingriff und die Narkosedetails hergestellt. Auf diese persönliche Arzt-Patientenbeziehung legen wir besonderen Wert, damit Sie sich bei uns gut und sicher aufgehoben fühlen. Entsprechend wird der operative Eingriff an Nasen und Nasennebenhöhlen ausschliesslich durch Prof. Grevers, die Narkose immer durch Frau Dr. Kosse durchgeführt.

Sie haben weitere Fragen?
Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen zum Thema Operation zur Verfügung.

Ihre Teresa Skrbek

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