Zentrum für minimal-invasive Chirurgie der Nase, Nasennebenhöhlen und vorderen Schädelbasis

Diagnostik bei Erkrankungen der Nase und NNH

Bevor eine adäquate und der individuellen Krankheitssituation angepasste Behandlung eingeleitet werden kann, sind – in Abhängigkeit von Vorgeschichte und Beschwerden – verschiedene diagnostische Massnahmen erforderlich. Grundsätzlich sollten bei Erkrankungen der Nase oder Nasennebenhöhlen folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  1. endoskopische Untersuchung der Nase vor und nach Abschwellen und lokaler Betäubung der Schleimhaut durch Einbringen von Nasenspray. Hierzu wird eine dünne, lichtstarke Staboptik in die Nase eingeführt; dadurch lassen sich die gesamte Nasenhaupthöhle bis in die hinteren Nasenabschnitte einschliesslichNasenscheidewandNasenmuscheln und Nasenrachenraum (die Region hinter der Nasenhaupthöhle am Übergang zum Nasenrachen) sowie der Zustand der Nasenschleimhaut optimal ausleuchten und beurteilen. Nur diese Untersuchungstechnik erlaubt eine umfassende und damit aussagefähige Erfassung der anatomischen Besonderheiten innerhalb der Nase.

  2. Luftdurchgängigkeitsprüfung der Nase (Rhinomanometrie). Diese Untersuchung sollte vor jeder Operation durchgeführt werden, um die Ausprägung der Nasenatmungsbehinderung zu objektivieren. Der Test dient auch der Qualitätssicherung und sollte einige Wochen nach der Operation wiederholt werden, insbesondere wenn das Operationsergebnis nicht zufrieden stellend ausgefallen ist. Man kann dadurch anhand der prä – und postoperativen Messwerte den Erfolg, aber auch Misserfolg des Eingriffes abbilden.

  3. Allergietest. Eine Nasenatmungsbehinderung kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Die Vergrößerung der unteren Nasenmuscheln ist einer der häufigsten Gründe für dieses Symptom (Abb.6); in vielen Fällen wiederum liegt die Ursache dieser Muschelschwellung in einer allergischen Erkrankung der Nase.

    Abb. 1 - Verdickte Nasenmuscheln bei allergischem Schnupfen. Der Schwellungs- zustand führt zu behinderter Nasenatmung. 
    G. Grevers

    Mit Hilfe eines einfachen Hauttests („Pricktest“), durch den über 90% der potentiell in Frage kommenden Allergene abgedeckt sind, lässt sich ein allergischer Schnupfen weitgehend ausschließen bzw. nachweisen. Ist dieser einfache und für den Patienten wenig belastende Test für die Diagnosesicherung nicht ausreichend, können weiterführende Allergietests durchgeführt werden. Im Fall eines positiven Testergebnisses ist – in Abhängigkeit von der Beschwerdesymptomatik – häufig einenichtoperative Behandlung zur Linderung bzw. Beseitigung der Symptomatik ausreichend.

  4. Riechtest. Bei der subjektiven Riechprüfung werden verschiedene Stoffe vor und nach Abschwellen der Nasenschleimhaut getrennt vor eines der beiden Nasenlöcher gehalten. Dieser Test, der heute wegen der besseren Vergleichbarkeit in der industriell vorgefertigten, standardisierten Form durchgeführt werden sollte, ist ebenfalls Bestandteil der diagnostischen Massnahmen bei Erkrankungen der Nase. Er ist unbedingt erforderlich, wenn der Patient, wie zum Beispiel bei Nasenpolypen häufig beschrieben, unter einer subjektiven Einschränkung oder gar dem völligen Verlust des Riechvermögens leidet.

  5. Bildgebende Diagnostik (Röntgen, Computertomographie). Die modernen bildgebenden Verfahren sind heute ebenfalls ein wichtiger Bestandteil in der Diagnostik insbesondere der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sowie bei Nasenpolypen. Bei diesen Erkrankungen ist die Computertomographie die einzige aussagefähige Technik, um die individuell unterschiedlich angelegten knöchernen Strukturen, die die Nasennebenhöhlen vom Schädelinneren bzw. vom Auge trennen, adäquat abzubilden. Der genaue Verlauf dieser knöchernen Grenzstrukturen muss dem Operateur vor einem geplanten Nasennebenhöhleneingriff bekannt sein, um mit grösstmöglicher Sicherheit arbeiten zu können (Behandlungskonzept chronische Nebenhöhlenentzündung). Das konventionelle Übersichtsröntgen ist demgegenüber bei diesen Erkrankungen nicht aussagefähig. Auch die Kernspintomographie ist als bildgebendes Verfahren für die o.g. Fragestellung nicht geeignet.

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Ihre Maria Schusser

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