Zentrum für minimal-invasive Chirurgie der Nase, Nasennebenhöhlen und vorderen Schädelbasis

Nasenatmungsbehinderung (NAB)

Eine Nasenatmungsbehinderung (NAB) kann eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen haben. Beim Erwachsenen liegt in den meisten Fällen jedoch eine Vergößerung der unteren Nasenmuscheln, eine Verbiegung der Nasenscheidewand oder eine Kombination aus diesen beiden Veränderungen zu Grunde. Seltenere Gründe für eine NAB sind Fremdkörper (zumeist einseitige NAB bei Kindern), Fehlbildungen der Nase, Polypen, Tumore und Verletzungen, aber auch einige Medikamente (z.B. bestimmte Arzneimittel gegen Bluthochdruck, einige Antidepressiva, orale Kontrazeptiva sowie abschwellende Nasentropfen oder –sprays bei Langzeitgebrauch).

Eine behinderte und damit unzureichende Nasenatmung führt – in Abhängigkeit von ihrer individuellen Ausprägung – in den meisten Fällen über kurz oder lang zu krankhaften Folgeerkrankungen, da der Mensch als “obligater Nasenatmer” nur über die Nase und deren spezielle Schleimhautauskleidung eine adäquate Aufbereitung der Luft für die unteren Atemwege erreichen kann. Auch wenn sich viele Betroffene an den Zustand einer eingeschränkten Nasenatmung gewöhnt haben und diesen als “normal” empfinden, sollten die langfristigen potentiellen Folgen dieses Symptoms nicht unterschätzt werden.

Unabhängig von den Ursachen kann eine behinderte Nasenatmung durch Störungen der Mittelohrbelüftung über die Ohrtrompete zu Druckgefühl in den Ohren und Hörveränderungen führen. Außerdem kommt es durch die Umstellung auf Mundatmung bei vielen der Betroffenen zu Mundtrockenheit, sowie Schnarchen mit gestörtem Schlafrhythmus und Tagesmüdigkeit. Schließlich treten als Folge einer unzureichenden Nasenatmung auch gehäuft grippale Infekte, chronische Nasennebenhöhlenentzündungund Erkrankungen der tieferen Atemwege (Asthma, chron. Bronchitis) auf.

Viele Patienten klagen außerdem über eine Reduzierung ihrer allgemeinen Leistungsfähigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und Abgeschlagenheit. Häufig werden im Rahmen der Selbstmedikation rezeptfrei erhältliche abschwellende Nasentropfen auch über längere Zeiträume zur Verbesserung einer gestörten Nasenatmung eingesetzt.

Von dieser Praxis ist ärztlicherseits dringend abzuraten, da die verwendeten Substanzen die Schleimhaut langfristig schädigen können. Außerdem tritt oft ein sog. “rebound”-Phänomen auf, d.h. der Schwellungszustand der Schleimhaut geht zwar nach Gebrauch der Tropfen bzw. Sprays zurück; lässt die Wirkung des Medikamentes jedoch nach, kommt es reaktiv zu einer stärkeren Füllung der Gefäße in der Nasenschleimhaut, so dass die Nase stärker verstopft ist als vorher. Entsprechend werden immer höhere Medikamentendosen notwendig, um den gewünschten abschwellenden Effekt zu erzielen; in der Folgezeit stellt sich häufig ein Gewöhnungs- bzw. Abhängigkeitseffekt ein, so dass die Nase schließlich ohne die regelmäßige Verwendung von Nasentropfen überhaupt nicht mehr frei wird. Gleichzeitig kommt es in vielen Fällen zur Austrocknung der Schleimhaut mit Krustenbildung und einer verstärkten Neigung zum Nasenbluten.